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Albert Pyun’s Cyborg – Director’s Cut: DVD-Kritik

CyborgRegie: Albert Pyun
Darsteller: Jean-Claude Van Damme, Deborah Richter, Vincent Kly u.a.
USA/1989

Passionsspiele zwischen weiß-grau verschlierten Dünen, gezogen von einem Videotape, das über Jahrzehnte hinweg verschollen galt. Albert Pyun`s CYBORG, in der Fassung, wie sie damals angeblich an Cannon und Van Damme ging, was dann Pyuns Rauswurf aus dem Projekt zur Folge hatte.

Auf der IMDB ist zu lesen: Das ursprüngliche Vorhaben hätte größer kaum sein können. Ein Blick in die Hölle. Auf das was bleibt, wenn alles kaputt ist. Die Kamera schweifen lassen über runtergebrannte Industriegebiete, vermüllte Strände, verseuchte Flüsse. Der Dialog? Auch tot. Ein Film in dem nur noch gebrüllt wird. Ein mit der Hammondorgel vertontes Macho-Musical. Blut und Pathos im Dreck. Mit Van Damme in der Jesus-Rolle.

Der nun aufgetauchte Director`s Cut von CYBORG (der eigentlich hätte SLINGER heißen sollen) ist da leider schon einen Schritt weiter. Es wird gesprochen. Nicht nur miteinander sondern noch um einiges hochtrabender aus dem Off.

Ein ganz grober Rough-Cut des späteren, ohne Pyuns Einfluß noch einmal umgeschnitten und neu vertonten Films ist das hier. Nahezu alle Szenen wirken noch gänzlich unfertig, angeschnitten, holpern noch an allen Ecken und Enden ganz mächtig. Als Vorlage scheinen hier zwei Master gedient zu haben. Eines in Vollbild und ein weiteres in sehr breitem Widescreen, noch mit einem Timecode drüberlaufend. Dementsprechend springt beim Betrachten das Bild zwischen beiden Formaten immer wieder hin und her.

CyborgDarüber, gleichfalls noch sehr grob, der später dann nicht mehr verwendete Score von Tony Riparetti und Jim Saas. Zum Steinerweichen übles Synthie-Gedudel/Porno-Mucke, irgendwo zwischen Vivaldi-Kitsch und angerockt aufgedreht. Teilweise so befremdlich unpassend, das man es kaum glauben kann. Da rennen Männer blutverschmiert mit nacktem Oberkörper Messer schwingend und brüllend aufeinander zu, während aus dem Off der Synthesizer selbstverliebt in die Ferne schweift.

Abgesehen von dem hier gleich zu Beginn am Kreuz hängenden Van Damme, folgt der frühe Pyun Cut im Wesentlichen schon recht eng dem späteren, beinahe Meisterwerk aus dem Hause Cannon. Verfügt aber tatsächlich um einige schöne Bilder mehr, die später dann leider offenbar der Schere zum Opfer fielen:

Ein draller, nackter Po am Strand. Ein Kannibalen anheim fallender kleiner Fußballfan. In immer wiederkehrenden Flashbacks blitzt kurz Van Dammes in Stacheldraht gehüllte Frau tot und vorwurfsvoll dreinblickend vom Grund des Familienbrunnens kurz auf. Satan wird gefühlt etwas intensiver gehuldigt.

Cyborg

In den Dünen schwenkt die Kamera kurz noch über einen weiteren dort liegenden, nackten Jesus, der undankbarerweise auch noch leicht angefressen wirkt. Die rampenförmig, halb weggefetzte Autobahnbrücke hatte ich so nicht mehr im Kopf, auch nicht den Catfight in knietiefem Schlamm. Bei der einen wie auch anderen Auseinandersetzung fliegen jetzt sogar Körperteile durch die Luft und so erscheint der gefühlt über 15 Minuten verlaufende finale Schlußkampf zwischen Van Damme und bösem Silberauge auch um einiges ausschweifender. Sehr groß hier der Moment, wenn das Böse im Regen sein Kettenhemd ablegt, um mit nacktem Oberkörper Van Dammes Platzwunde auf der Stirn mit einer Autotür zu verbreitern, während dazu non-stop E-Gittaren-Riffs aus dem Off brüllen.

CyborgDavon gerne mehr. Auch ragt natürlich die in dieser Fassung noch etwas länger wirkende Kreuzigung Van Dammes als wahrlich meisterliches Highlight aus diesem rohen Stück Endzeit-Hölle heraus.

CYBORG ist und bleibt einfach ein echter Schlüsselfilm der 80er. Beinahe unschuldig in seiner unvermittelten Direktheit. Nahe dran an was ganz Reduziertem, beinahe schon Archaischem. Selbst im wilden Cannon-Oevre, eines der allerwildesten und sicher auch interessantesten Werke.

Wirklich schade nur, dass hier kein wagemutigerer und versierter Filmemacher als Pyun ran durfte. Pyun geht es dann letztlich doch immer wieder einen Tick zu konventionell an. Hat abgesehen von dem in den Dünen liegenden Schiff, an dessen hölzernes Mastkreuz Van Damme folgerichtig dann auch gleich festgenagelt wird, zudem auch kein besonders gutes Gespür für Sets.

Immer wieder setzt er zu Beginn eine simple Totale über eine mit schlechten Matte-Paintings aufgemotzte Landschaft, dann Schnitt in den recht fantasielos ausgeleuchteten Schrottplatz, der hier für Endzeitstimmung sorgen soll. Genauso das Bewegtbild: Close-Up auf theatralisch brüllende Männerkörper, dann leicht anchoreografiertes Aufeinanderzurennen in der Totalen.

CyborgDer Film als Meisterwerk, das ganz Reduzierte, der Ein-Satz-Pitch ist schon da, wird immer wieder spürbar. Pyun bekommt ihn aber leider nicht zu fassen. Während es aus dem Off noch grummelt „What do I feel? Anything? Is love strong enough to break through? To push away darkness? What do I feel? Hope?“ hätte der Film schon zwei Bilder weiter sein können.

Sehr schön dann allerdings doch: das zauberhaft dystopische Schlußbild. Van Damme bleibt ausgesperrt, während die künstliche Intelligenz mit einem „From here, nothing can stop us“ auf den Lippen in eine bessere Welt entschwindet.

Ganz zum Schluß dann noch ein von Pyun offensichtlich erst in diesem Jahr hinzugefügtes: „Next: CYBORG LEGACY: RISE OF THE STINGERS.“ Oh je.

Die DVD:
Ein auf DVD gebrannter Abzug des wie eine handfest verwaschene Dritt-Videokopie wirkenden Masters kann von Albert Pyuns Curnan Pictures für rund 25 Euro käuflich erworben werden. Kommt dann signiert (auf meinem prangt ein zauberhaftes „THIS IS HELL! Albert Pyun“) und mit dem neuesten Pyun Film BULLETFACE formschön als Doppelpack verpackt, auch recht flott nach Deutschland. Der Film läuft knapp 82 Minuten und verfügt über keine Kapitelwahl oder gar ein Menü. Das Cover rockt.

Der rauhe, verwaschene Look des Films passt eigentlich sogar recht gut. Wirkt nicht nur ausgesucht Retro, sondern verstärkt natürlich beim Sehen das Gefühl, hier einem seltenen, kaum noch zu rekonstruierenden Schatz beizuwohnen.

BULLETFACE von 2011 wiederum ist ein mit Home-Video Mitteln gedrehter, unaufgeregt dilletantischer Women in Prison-Film mit Steven (SCARFACE) Bauer in einer größeren Nebenrolle, der ständig ganz aufgeregt ernsthaft versucht einem etwas vom unfassbar gefährlichen Leben an der mexikanischen Grenze zu erzählen. Ich bin dabei irgendwann eingeschlafen.

Bullet Face

Neulich bei Reihe Sieben:
CYBORG: Director’s Cut aufgetaucht
CYBORG: die ersten Minuten des Director’s Cuts
CYBORG: die letzten Minuten des Director’s Cuts!

3 Antworten zu “Albert Pyun’s Cyborg – Director’s Cut: DVD-Kritik”

  1. Sylvio sagt:

    Ich hab’s ehrlich gesagt nie verstanden, was an dem Film passen sollte. Außer Van Dammes sexy Kloakenspagat – natürlich. Muß allerdings auch gestehen, daß ich mich an nicht mehr sonderlich viel erinnern kann. War ein ziemliches Stückwerk von aneinander gereihten komischen Müllplatz-/Endzeitszenen. Hmmm …

  2. Helmut sagt:

    Interessante Neuinterpretation eines Klassikers. Cyborg rockt auch in der(offizellen) r-rated Fassung, der Directors Cut von Pyun erfüllt leider nicht seine Versprechungen(mehr Gore), gibt aber dem geneigten Fan zumindest ein paar neue Szenen.
    Wünschenswert wäre endlich eine qualitativ angemessene Neuveröffentlichung, idealer weise auf Bluray mit dem Workprint als Zugabe.

    Oder als komplette Unrated Fassung, inkl. der damals geschnittenen Gewaltszenen, welche aber höchstwahrscheinlich nicht mehr existent sind. Aber man wird ja noch träumen dürfen.

    Helmut

  3. Sylvio sagt:

    Herrlich! Für kein Geld der Welt täte ich mir den doofen Film noch mal an. War das nicht sogar der, der in der deutschen FSK-16-Version unter einer Stunde läuft? 59 Minuten, oder so?

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Autor:
Sebastian Selig



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