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A Gun For Jennifer: Gerechtigkeit, unbedingt

Regie: Todd Morris, Deborah Twiss
Darsteller: Deborah Twiss, Benja Kay, Rene Alberta
USA/1996

A Gun for JenniferNachdem er über 10 Jahre auf Eis gelegt war, wurde dieser Rohdiamant von einem Film kurioserweise zuallererst in Deutschland veröffentlicht: Das Label Independent Partners und die Reihe „Midnite XPress“ brachte die weltweit erste DVD von A GUN FOR JENNIFER heraus. Auch der amerikanische Kundenkreis gerät durch diesen deutschen DVD-Export erstmals in den Genuss dieses wahren Kleinods. In den 1990ern war ein Kultstatus schon nach Fertigstellung mit einer vor allem in Großbritannien recht erfolgreichen Releasetour beschieden, wohingegen die Präsenz auf dem deutschen DVD-Markt nur von kurzer Dauer gesegnet war: Einen Tag nach dem Amoklauf von Winnenden beschloss ein Gremium der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in einer nur zweiminütigen Sitzung die Indizierung des Films. Für die beiden ausführenden Produzenten, Thorsten Neumann und RP Kahl, die in beachtenswerter Eigeninitiative um eine Veröffentlichung in einer restaurierten Fassung kämpften, bedeutet die Eintragung in den Index der jugendgefährdenden Medien ein wirtschaftliches Desaster.

Allison Claye-Spencer, eine junge und sehr attraktive Frau, flieht von Ohio nach New York, nachdem sie ihren immer wieder gewalttätig gewordenen Ehemann im Affekt getötet hat. Kaum im Big Apple angekommen, wird sie prompt wieder mit maskuliner Gewalt konfrontiert, als zwei herumlungernde Streuner zudringlich werden, ihr Bargeld und Papiere abnehmen wollen und es auf eine Vergewaltigung abgesehen haben. Im letzten Moment naht Hilfe, als plötzlich eine Gruppe vermummter Frauen die beiden Angreifer mit Baseballschlägern niederdrischt, mit einem Rasiermesser entmannt und mit gezielten Schüssen zuletzt regelrecht hinrichtet. Allison, die sich, um ihre Persönlichkeit nicht preiszugeben, von nun an Jennifer nennt, wird von dem Frauen-Mob in die Gang aufgenommen und lernt dort den Umgang mit Schusswaffen.

A Gun for Jennifer

Im „normalen“ Leben sind die Ladies in einem Go Go-Club beschäftigt, als Kellnerinnen und Tänzerinnen; sie sind allesamt schon mindestens einmal Opfer männlicher Gewalt geworden und wegen entsprechender Racheakte einschlägig vorbestraft. Der Nachtclub bietet ihnen nicht nur einen relativ sicheren und unauffälligen Unterschlupf, die Arbeit dort ermöglicht ihnen auch, potentiellen Vergewaltigern, Zuhältern und anderem Gesindel, das sich dort herumtreibt, frühzeitig auf die Schliche zu kommen, um dann das Pack endgültig aus dem Weg zu schaffen. So gehen die maskierten und schwerbewaffneten Damen Nacht für Nacht auf die Straße und richten ein Blutbad nach dem anderen an. Die Dinge geraten außer Kontrolle, als sie bei einem missglückten Rachefeldzug gegen einen Juristen versehentlich einen Undercover-Polizisten niederschießen. Im bluttriefenden Showdown schließlich heben sie eine Bande von Drogenhändlern und Zuhältern aus, die sich der Zwangsprostitution verschrieben haben. Nur zwei der Todesengel überleben die Schießerei. Die ermittelnde Detektivin, die just nach dem Massaker am Tatort eintrifft, erkennt die verzweifelte Lage, in der die jungen Frauen sich befinden und lässt sie laufen…

A Gun for Jennifer

Die Optik von A GUN FOR JENNIFER entspricht der grobkörnigen 16-mm-Ästhetik eines Jim Vanbebber, mit dessen Werken auch die rohe, stellenweise explizite Gewalt verglichen werden kann. Thematisch liegt man sehr nahe an solchen unumschränkten Klassikern des Rape-and-Revenge-Genres wie DIE FRAU MIT DER 45er MAGNUM oder auch dem remakeschwangeren ICH SPUCK AUF DEIN GRAB, und natürlich William Lustigs gnadenlosem STREETFIGHTERS. Interessant ist, dass Hauptdarstellerin Deborah Twiss selbst in einem Nachtclub als Tänzerin gearbeitet hat, bevor sie die Idee hatte, einen Film darüber zu drehen. Dort wurde sie bereits mehr als genug mit den Zudringlichkeiten besoffener Kerle konfrontiert, die ein klares „Nein“ nur als Aufforderung verstanden, mit ihren unerwünschten Tätscheleien fortzufahren. Ausgerechnet in einem dieser Clubs begegnete Deborah einem Agenten, der sich willig zeigte, Geld aufzutreiben für einen Film, den sie und ihr damaliger Lebensgefährte Todd Morris zu drehen gedachten. Als das Geld zu fließen begann und sich die Versprechen des Geschäftsmannes als wahr herausstellten, fingen die beiden mit den Dreharbeiten an und konnten sich sogar noch eine weitere Handlungsebene leisten, indem sie die Konflikte im Polizeialltag schildern, wenn es um die Aufklärung der Rachemorde geht.

A Gun for Jennifer

Der ausführende Produzent RP Kahl warnt anlässlich der Entscheidung der Bundesprüfstelle: „Eine gravierende Entwicklung, die sich aus solchen Entscheidungen ergibt, ist folgende: Ein Abwandern von Interessierten in geschlossene Kreise, auch in nicht öffentliche Foren im Internet, zu denen die Allgemeinheit und die Gesellschaft keinen Zutritt mehr hat. Eine Auseinandersetzung mit vorhandenen gesetzten Themen innerhalb einer Gesamtgesellschaft findet nicht mehr statt, sondern wird an den Rand verdrängt. Später wird zwar an anderer Stelle wieder erklärt, dass man die jungen Menschen „nicht mehr verstehen würde“ und oft „keinen Zugang mehr hätte“, wenn Taten wie in Winnenden stattfinden, jedoch führt dies zu keiner Einsicht, sondern nur zu noch verschärfteren Gesetzen. Natürlich bringt eine solche Entscheidung auch mit sich, dass durch den erheblichen finanziellen Schaden, die eine Indizierung für den Produzenten bedeutet, eine Schere im Kopf für die Zukunft nicht auszuschließen ist: Filme mit dem Thema Selbstjustiz sind faktisch ab jetzt tabu. Eine starke Demokratie braucht die wirkliche Freiheit der Meinung und der Kunst, die nicht durch den Deckmantel von immer strengeren Jugendschutzgesetzen und Gesetzen für die Innere Sicherheit und von Maßnahmen zum Schutz vor dem internationalen Terror durchlöchert werden.

Die komplette Stellungnahme von RP Kahl

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Autor:
Florian Resch


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