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13: DVD-/BD-Kritik

13Regie: Géla Babluani
Darsteller: Sam Riley, Jason Statham, Mickey Rourke, 50 Cent
USA/2010; Start: 2.6.2011 (DVD & BD)

Vinces Vater liegt im Krankenhaus und die Familie muss für die teuren Behandlungen aufkommen, die sie sich nicht leisten können. Bei seinem Job als Handwerker belauscht Vince seinen Arbeitgeber bei einem Gespräch: Von einem ominösen Brief, der eingetroffen ist, verspricht sich der Nachbar viel Geld. Als dieser an einer Überdosis stirbt, nimmt Vince den Umschlag an sich und begibt sich auf eine gefährliche Reise, um seinen Vater und die Familie zu retten.

Der georgische Regisseur Géla Babluani gehört zu den wenigen Filmemachern, die von ihren eigenen Filmen ein Remake produzieren. 13 TZAMETI erschien 2005; Babluani schrieb das Drehbuch und führte Regie, sein Bruder spielte die Hauptrolle. Der Trailer des Schwarzweiß-Films sieht vielversprechend aus:



Umso verärgerter ist man dann nach der Rezeption des 87minütigen Remakes, das zwar mit einigen Stars aufwarten kann, aber einen mit einem großen What-the-fuck-Moment zurücklässt.

Die einzige Stärke des Films liegt in seiner Grundidee: Perverse reiche Männer wetten in einem Russisch Roulette-Spiel darum, welcher der Teilnehmer in dem mehrstufigen Spiel am Leben bleibt. Vom Leben anscheinend reizüberflutet, bleibt ihnen nichts als sich an dem Leid, dem Todeskampf und der Angst der Teilnehmer zu laben. Die Teilnehmer, die von ihnen ins Rennen geschickt werden, sind allesamt bemitleidenswerte Marionetten, vollgepumpt mit Morphium, um die Blut- und Gehirnspritzer im Gesicht und die schwarzen Seelen der Wettenden und Schiedsrichter zu ertragen. Im Kreis müssen sie sich aufstellen, jeder hat eine Pistolenmündung am Hinterkopf und zielt auf seinen Vordermann. Eine Glühbirne, die angeschaltet wird, gibt wie im Original das Startsignal. Bevor es losgeht, müssen die Todeskandidaten die Trommeln der Waffen rotieren lassen. Das Surren der Pistolen hoch über den Köpfen klingt wie ein höhnisches Anfeuern. Man riecht förmlich den Angstschweiß, der Vince über das Gesicht läuft, man spürt das Zittern der zielenden Hände, die brennende Verzweiflung der Teilnehmer.

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Kritisches Potential hat der Film im Umgang mit den Teilnehmern: Wie Tieren werden ihnen vor dem Start Drogen verabreicht; wenn sie nicht im Stehen schießen können, dann eben im Sitzen. Lebt einer von ihnen nach dem Kopfschuss noch, wird er von den Spielleitern hingerichtet. Doch das menschenverachtende Element verliert sein kritisches Moment leider durch die vielen dargestellten Klischees im Film. Die ständig wiederkehrenden Elemente und die stereotype Charaktergestaltung verärgern einfach: Mickey Rourke mal wieder als abgefuckter Sträfling, der zu schnulziger Latinomusik immer mal wieder in die Vergangenheit blicken darf. Jason Statham, der skrupellos seinen eigenen Bruder verkauft und auftritt wie ein Gangster aus den 60er-Jahren, den lächerlichen Hut nie absetzend. Vince, der kleine brave Bub, dessen dünne Arme kaum eine Waffe halten können und der jeden Moment aussieht, als würde er zusammenbrechen.

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Und warum wird in diesem Film ständig geschrien? Der Schiedsrichter artikuliert sich wie ein koksender Choleriker. Niemals sieht man in diesem Film das kleinste Lächeln. Immer nur grimmige Gesichter. So stereotyp wie die Konzentration auf das männliche Geschlecht: Nur Männer nehmen am Russisch Roulette teil, nur Männer schicken Teilnehmer ins Feld, nur Männer wetten, nur Männer helfen und organisieren das Todesspiel. Anscheinend sind die Bereiche Geld, Spiel, Tod und Gewalt nur Männerdomäne. Unerträglich auch die billigen Dialoge: „Was für ein Arschloch bist du?“ – „Ich bin ein Elektriker“. „Du musst das alles als philosophisches Spiel betrachten. Du bist der Nachfahre des großen Schopenhauer. Wir alle werden nur einmal geboren und wir alle sterben nur einmal.“

Das große Problem, das durch diese Stereotypisierung entsteht, ist die Unmöglichkeit einer Identifizierung mit einer der Figuren. Alles bleibt zu kalt, zu unnahbar, zu unrealistisch und zu lächerlich.

Am schlimmsten ist das Ende des Films. Völlig im Leeren lässt er den Rezipienten zurück, nicht im Sinne eines sprachlosen Staunens, sondern einer frustrierenden Unstimmigkeit.

Die DVD und Blu-Ray: (Bestellen bei Amazon)
Mit Bild und Ton kann man leben, und mit den Extras auch. Anwesend sind Interviews, ein Blick hinter die Kulissen, Featurette „The Making of a Remake“ und Trailer.




3 Antworten zu “13: DVD-/BD-Kritik”

  1. Martin Beck sagt:

    Äh, okay. Dann ist das Original ab sofort auf meiner „to watch“ Liste:-) Schon komisch, dass der gleiche Regisseur im zweiten Anlauf so abkackt…

  2. Bartel sagt:

    Ich habe damals das Original gesehen ohne den Plot-Twist (der jetzt in fast jedem Artikel zum Remake ausgewalzt wird) zu kennen. Das war eiskaltes Spannungskino eines (klingt jetzt abgedroschen) Hitchcock würdig…Nach dem diesem fiesen Black-White-Bastard gab es keinerlei Fragen sondern nur offene Münder. Bedingungsloser Tip!

  3. Sylvio sagt:

    In der Tat ist der Film ganz großer Käse. Zustimmung in allen Punkten.

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Autor:
Filiz Schulz



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